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Alles hat ein Ende – Tag 11 & 12 & 13 & 14

Herzlich Willkommen zum geschummeltsten Blogpost dieser Reisebloggeschichte. Das Abenteuer Interrail hat mittlerweile ein Ende gefunden und doch vermisst dieses Weblog noch 4 Tage der durch Reise. Obwohl ich niemals den Anspruch auf Vollständigkeit oder Regelmäßigkeit gestellt hatte, würde es sich falsch anfühlen dieses Vorhaben nun so unvollendet liegen zu lassen und durch die Schatten der Zeit immer weiter verschwinden zu lassen, denn in regelmäßig periodischen – ja periodisch, nein ich weiß nicht was das genau bedeutet aber es klingt gut – Abständen würde mich sonst das Schuldgefühl der Unvollständigkeit wiedereinholen und sich schmerzhaft doch mein Gehirn fressen und würde ich mich an den Tag zurücksehnen an dem ich noch die Möglichkeit gehabt hätte dieses Werk zu vervollständigen – oder ich warte einfach auf den Tag an dem Zeitreisen erfunden werden.

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© Gregor

Also Tag Nummero (nochmal g’schwind nachschauen) 11 (hätt ich jetzt eigentlich auch ausrechnen können wenn wir 14 Tage unterwegs waren und 4 Tage fehlen, naja). Zu einer absurd frühen Uhrzeit stellen wir uns wiedermal den Wecker um rechtzeitig zu dem Zug der uns nach Amsterdam bringen soll, zu kommen. Nachdem wir wieder durch dieses eigenartige Viertel durch müssen (da wo geklaute iPhones verkauft werden und wir unsere Kameras zur Sicherheit in den Taschen verstaut haben) entschieden wir uns für die Fahrt mit der U-Bahn, welche etwa 2/3 des Weges übernehmen konnte. Die Freude war groß als wir die defekten Fahrscheinautomaten mitsamt des geschlossenen Ticketschalters daneben erblickten. Einige laut ausgesprochene (nicht jugendfreie) Wörter (es war früh verdammt!) später näherte sich eine Dame des Personals. In gebrochenem Englisch wollte sie uns zu verstehen geben, dass wir die Tickets einfach dort kaufen sollen wo wir aussteigen und sie uns jetzt einfach durch den Schranken lässt. Erleichtert und doch von dem Gedanken geplagt, was im Falle eines nicht Auftauchens der Frau geschehen wäre, schafften wir es schlussendlich bis zu unserem Ziel. Das inkonsequente System der Ausgänge (manchmal braucht man ein Ticket, manchmal nicht) ermöglichte es uns die Einsparung von knappen 2 Euro. So hatte dieses zu beginn unglücklich wirkende Szenario also am Ende auch noch einen positiven Effekt. Meine Folgehandlung daraus bestand übrigens aus einem Schokoladekauf (natürlich nur um die Nerven zu beruhigen!) der (wenn man die weggefallenen Ticketgebühren miteinrechnet) extrem günstig war.

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© Gregor

In Amsterdam angekommen, musste ich leider wiederum feststellen, dass ich hier keinen billigen Kaffee bekomme, dafür beförderte mich die idyllische Stadt behutsam aus meinem Müdigkeitszustand (es könnte auch einer der tausenden Fahrradfahrer gewesen sein der mich mit seiner schrillen Klingel aus dem Halbschlaf riss, weil wir auf dem Fahrradweg unterwegs waren). Ernsthaft: Es ist schwerer dort den Fußgängerweg zu finden als den Fahrradweg. Schlimm! Nein eigentlich wunderbar! Aber trotzdem: Eigen. Es ist also wie alle sagen: Es gibt dort echt echt echt viele Fahrräder. U.a. was Fahrradwege angeht kann sich Wien und Österreich an Amsterdam ein Beispiel nehmen. In den seltensten Fällen muss ein Fahrradfahrer dort auf der Straße direkt bei den Autos fahren. Wiedermal der passende Zeitpunkt eine weitgehend autofreie wiener Innenstadt zu fordern.

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Aber nicht nur die Fahrräder machen Amsterdam zu einem sehr schönen Ort. Auch die Häuser und die Kanäle die die Stadt durchziehen sorgen dafür, dass man sich dort sofort wohl fühlt. Als wir auf der Bank neben eben so einem Kanal Platz nahmen, offenbarte sich natürlich auch bald die nächste Besonderheit dieses Landes. Zwei Deutsche (die übrigens geglaubt haben, dass Wien eh voll nah bei Amsterdam ist) fingen an sich einen Joint zu bauen bzw. eigentlich nur einer von den beiden, der andere fragte uns nach einem Taschentuch und hielt uns für Engländer. Ich hoffe übrigens der hat den dann nicht alleine geraucht, denn ich glaub der war pur und ziemlich groß. Aber da waren wir dann schon wieder weiter auf der Erkundungsreise quer durch Amsterdam.

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Der prägnante Gras-Geruch ist aber immer wieder präsent. Vor allem auch in Restaurants, was doch etwas für Verwunderung sorgte. Entweder die sind dort bereit echt viel Geld für Essen und Trinken auszugeben oder sie müssen echt leiden. Naja aber vielleicht sollte man die Legalisierung von Cannabis zukünftig als Gastronomie-Förderungsmaßnahme verkaufen.
Ach eines meiner Lieblingsthemen fehlt natürlich noch: Ampeln. Ja die sind in Amsterdam gar nicht sooo schlimm. Also sie blinken zumindest einige male bevor sie umschalten, wenn auch sehr schnell.
Was außerdem auffiel: Es waren überall sehr viele Leute mit Plastikflaschen unterwegs, obwohl das Leitungswasser dort eigentlich gut ist. Fiel mir wahrscheinlich aber auch nur so sonderlich auf weil, das Wasser in Spanien so schlecht war und ich von den Franzosen nichts anderes erwartet hatte. Was noch traurigerweise dazukam ist das Nichtvorhandensein von Wasserbrunnen in der Stadt.

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Am späteren Nachmittag ging es dann weiter in das etwa 50km entfernte Amersfoort, wo wir freundlicherweise für unseren Aufenthalt in Amsterdam übernachten durften und verpflegt wurden. Jan und Jolanda (zwei langjährige Freunde von Alex) – und ein überaus witziges und fröhliches holländisches Paar – nahm uns nicht nur für den Dauer des Aufenthaltes auf sondern zeigte uns auch Amersfoort und die Umgebung (mit einem Abstecher zu bestimmt einem der besten Eisläden überhaupt). Amersfoort selbst ist wie auch Amsterdam ein sehr schönes Fleckchen Boden auf dieser Welt. Müsste ich es in einem kurzen Satz beschreiben wäre dies: Amsterdam mit einem niederösterreichischem Hauch.

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Tag 12 war der wohl entspannteste Tag unserer ganzen Reise. Zu Fuß wurde Amersfoort noch weiter erkundet und das Feeling der Stadt weiter aufgenommen. Psychisch mussten wir uns wiedermal auf frühes Aufstehen vorbereiten.

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Tag 13 begann mit einer 6-stündigen Zugfahrt nach Berlin. Ich selbst war schon mehrmals in Berlin, Alex noch nicht, Sightseeing stand also wieder auf dem Programm. Nachdem die absoluten Standardorte (Brandenburger Tor und rundherum) relativ schnell durchlaufen wurden begaben wir uns dann bald auf dem Weg zu soulbottles Hauptquartier, welches eher am Rand (ok also ehrlich: Da draußen schaut’s echt aus wie in der Pampas) liegt. Was hab ich mit soulbottles zu tun? Ich muss kurz ausholen: Mein erster persönlicher Kontakt mit soulbottles entstand vor etwa 2,5 Jahren in einer WG in Wien. Ein müder Co-Founder und ein Zimmer dessen Boden vollständig mit soulbottles bedeckt war, führten folglich dazu, dass ich nun seitdem immer mal wieder als Volunteer – meist IT-Sachen – aushelfe. Mittlerweile ist die Firma angewachsen und hat ein Lager sowie zwei kleine Bürozimmer. Achja und wir verkaufen coole Glasflaschen!
Nachdem wir dankenswerterweise bei eben diesem Co-Founder für die eine Nacht die wir in Berlin verbleiben pennen dürfen – und wir nicht weiter mit den viel zu schwerer Rucksäcken durch die Stadt rennen wollen – geht es also nicht allzu lange nach der Ankunft in Berlin zum Firmensitz. Zu dem mittlerweile auch ziemlich angewachsenem soulbottles-Team gibt es eigentlich nur eines zu sagen: Das ist der wohl netteste Haufen an Menschen den man auf diesem Planeten so finden kann.

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Tag 14 ist nun wirklich der allerletzte Tag dieser Reise. Womöglich war es dieser Fakt der meine Stimmung an diesem Tag etwas trübte. Die Geschehnisse des Tages waren wiederum großteils Sightseeing Aktivitäten. Alles wichtige was am Vortag noch nicht erledigt werden konnte wurde dann auch noch abgehakt. East Side Gallery, Museumsinsel, Hackesche Höfe und zum Abschluss haben wir uns im KaDeWe noch etliche Dinge angeschaut die wir uns ganz bestimmt nie leisten können. Zwischendurch wurde etwas Club Mate gekauft – Alex hatte noch wirklich Mate getrunken – und das in den verschiedensten Geschmacksrichtungen. Nachdem ich schon gewußt hatte, dass die Winter-Edition ein totaler Reinfall ist, hab ich trotzdem den anderen Alternativen nochmal eine Chance gegeben. Also: Der Eistee (oder wie der heißt) ist ok. Nur ein bisschen süßer und koffeinhaltiger als das Original. Granatapfel ist eines der grauslichsten Getränke, das ich jemals getrunken habe.

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Um 21 fuhr dann unser Bus von ZOB ab. Wir waren viel zu früh dort was vor allem für mich eine neue Erfahrung war (den letzten Bus von Berlin nach Hause hätte ich fast verpasst (das waren wirklich vielleicht 2 Minuten vor Abfahrt)). Während der Fahr wären wir beide fast verdurstet, da wir nach kurzer Zeit nur mehr die Granatapfel Club Mate hatten und die einfach nicht trinkbar war. Als ich beim Halt in Tschechien ausstieg um Wasser von der Toilette zu holen, musste ich feststellen, dass dieses zurückgebliebene Land keinen Euro hatte und man aber für den Eintritt zur Toilette bezahlen musste. Leicht dehydriert kamen wir – ca. 20 Minuten zu früh – in Wien an. Schade dass es schon vorbei ist!

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Die Sonnen- und Schattenseiten von Paris – Tag 9 & 10

Jede Abfahrt ist irgendwie mit ein bisschen Wehmut verbunden, aber die heutige besonders, nicht zuletzt weil wir diesmal nicht nur Barcelona, sondern damit auch gleichzeitig Spanien verlassen und nach Paris weiterreisen.

Der Bahnhof in Barcelona präsentierte sich auch bei der Rückfahrt genauso chaotisch, unorganisiert und nicht-englischsprechend wie bei der Ankunft. Die ersten Augenbrauen wurden hochgezogen, als unser Zug auf keiner der großen Leinwände in der Bahnhofshalle aufgelistet war. Erst einige Minuten des verdutzen Herumschauens später fanden wir unseren Zug auf einer kleinen Anzeigetafel wieder. Wieso dies der Fall war bleibt wohl ein Mysterium.

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Nach den Sicherheitschecks – nein ich weiß noch immer nicht wozu die dienen sollen – begegneten wir dann noch ganz anderen unguten Menschengestalten, die meinten wir müssen jetzt unbedingt sofort Daten – die sowieso schon auf dem Interrail-Ticket selbst stehen – in das Formular welches sich auf dem Papier-Einband des Tickets befand eintragen. Tun wir einfach mal so als hätten wir noch ewig viel Zeit bis zur Zugabfahrt gehabt. Und tun wir auch einfach so als wäre irgendeiner von denen der englischen Sprache mächtig gewesen. Und tun wir einfach auch so als hätten sie nachher nochmal kontrolliert ob wir auch wirklich alle Daten richtig eingetragen – haben wir nicht – haben.

Nach diesen bürokratischen Hürden im Zug angekommen, wurde vor allem meine Unmut noch durch die kleinen Sitze ohne viel Beinfreit sowie meinem Irrglauben des Fehlens von Steckerleisten verstärkt. Nachdem die Klimaanlagen den Zug wieder auf unangenehm tiefe Temperaturen heruntergekühlt hatte, meinten plötzlich Schaffner sie müssen jetzt nochmals die Tickets kontrollieren. Wurde zwar schon beim „Einchecken“ gemacht aber okay.

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Einige Zeit später und einige Grad weniger stolzierten dann französische Polizisten in den Zug die meinten sie müssen nun sehr genau die Ausweise kontrollieren. Schengener Abkommen aber gut. Zu den Polizisten müssen noch zwei Dinge gesagt werden: 1. Sie konnten richtig gut Englisch. 2. Sie haben ziemlich auffällig ihre Waffen mit sich getragen. Ich weiß ja nicht wies euch geht, aber ich fühl mich eigentlich nicht so wohl wenn da plötzlich auf Gesichtshöhe eine Pistole neben mir herumbaumelt.

Die 6 stündige Zugfahrt war dann auch irgendwann durchgestanden und wir in Paris angekommen. Erster Eindruck: Nicht so toll. Aufgrund Terminprobleme unseres AirBnB-Hosts konnten wir erst etwas später in die Unterkunft und so entschieden wir uns für den Fußweg. Nachdem wir die ersten recht dreckigen Straßen hinter uns gelassen hatten, gerieten wir plötzlich in eine Menschenmenge die scheinbar unter der Beobachtung der Polizei stand. Alle paar Meter standen ein paar Beamte und umso näher man sich die Leute ansah durch die man sich da gerade durschlängelte umso mehr hatte man das Gefühl, dass es ziemlich angenehm ist, dass dort überall Polizei steht. Das war der Moment an dem wir beide unsere Kameras in die Taschen verpackt haben. Sicher nicht die schlechteste Entscheidung des Tages.

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Die nächsten paar Straßen waren etwas ruhiger – wenn auch nicht sauberer – und ich konnte mich wiedermal auf eines meiner absoluten Lieblings-Reise-Suder-Themen konzentrieren: Ampeln. Also leibe Franzosen wirklich jetzt: Erstens: Wenn Sonne auf eure Ampeln scheint, sieht man mal gar nicht obs grad rot oder grün ist. Zweitens: Eure Maxln sind nebeneinander: WIESO?! Dadurch braucht man viel länger um zu erkennen ob’s grad rot oder grün ist. Drittens: Eure Ampeln bliken gar nicht. Also so wirklich gar nicht. Die schalten instant von Grün auf Rot. Weder mein Gehirn, noch meine Augen, noch mein Gehirn ist so schnell um das zu überreißen. Das sind ja Zustände hier.

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Während wir die Straße weiter entlanggingen und darauf warteten, dass endlich mal ein Franzose den minimalen Anstand besaß um selbst an die Seite zu weichen, wenn da zwei mit schweren Rucksäcken beladene Jugendliche vorbeistolzierten, gerieten wir wieder in ein komisches Viertel. Plötzlich waren überall Marktstände – soweit so gut – und dazwischen wurden iPhones und Brillen verhökert. Ich bin mir noch nicht sicher ob es gestohlene iPhones oder gefälschte waren, denn obwohl sie sehr original ausgeschaut haben, hoffe ich noch immer auf Zweiteres. Aber ich kann euch sagen: Spätestens seit diesem Moment hab ich mir alle 2 Minuten an die Hosentasche gegriffen um auch zu überprüfen, dass noch sämtliche Wertgegenstände die da sein sollten auch wirklich da sind.

Nachdem uns ein zwar hilfsbereiter aber nicht sonderlich behilflicher Franzose wieder – auf der Suche nach der AirBnB-Unterkunft – aus dem Gelände wo wir eigentlich hingehört hätten hinausgeschickt hatte, kamen wir auch dort schlussendlich wohlbehalten an.

Bezüglich der Englisch-Kenntnisse der Franzosen lässt sich vom ersten Eindruck her sagen, dass sie noch mehr auf ihrer Sprache bestehen als es schon die Spanier taten. Nicht nur wurde die Tatsache, dass man gerade mehrere Sätze Englisch geredet hat einfach ignoriert, auch die konkreten Hinweise auf die englische Sprache wurden einfach ignoriert.

Morgen geht’s dann in die Tourismusgebiete der Stadt, die sich hoffentlich in einem besseren Licht präsentieren als dieser Stadtteil. Wir melden uns dann, wenn wir’s überlebt haben. (Mama, wenn du das ließt: Keine Sorge, wir wissen schon wie wir auf uns aufpassen 😉 )

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Neuer Tag, Neues Glück, Neuer Versuch für Paris. Die Illusion nach einem billigen morgendlichen Kaffee wurde gleich mal zerstört. Selbst bei McDonalds – wo man in AT einen Euro (EINEN EURO!) dafür zahlt – blättert man in Frankreich stolze 2,10€ für einen kleinen Kaffee hin.

Wenig später begann die fast schon traditionelle Suche nach einer Stadtkarte mit Sehenswürdigkeiten, immerhin hatten wir nur einen Tag Zeit, die wichtigsten Gebäude und Kirchen mussten also schnell abgeklappert werden. Zur allgemeinen Gemütsverbesserung wurde dann noch eine Entfernung des unnötigen Werbematerials auf der Karte vorgenommen.

Nachdem schon viel zu viel Geld für den Kaffee draufgegangen war, war es auch schon fast egal, dass noch mehr Geld für das eigentliche Frühstück ausgegeben wurde. Dafür waren die aufgebackenen Croissants zum Bahnhofseinheitspreis wenigstens gut essbar.

Wie schon in Spanien stellte sich heraus, dass die Fußgänger sich nicht gerade an die rot bzw. grün leuchtenden Maxerln am Zebrastreifenrand halten und mehr oder minder willkürlich den Zeitpunkt des Straßenüberquerens zu wählen scheinen. Das führte sogar zu der absurden Situation, dass sich ein Taxi-Fahrer per Handzeichen bei uns bedankt hat, dass wir bei der roten Ampel stehengeblieben sind.

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Sobald wir umzingelt von Menschen mit Kameras waren, die alle verschiedene Sprachen – aber kaum Französisch – sprachen, befanden wir uns in der Regel in gepflegten französischen Straßen oder neben prunkvollen Gebäuden. Die Innenstadt war ok, eine Touri-Innenstadt halt.

Viel spannender waren da schon – ich finde auch die absurdesten Dinge spannend – die Toiletten der Innenstadt. Die fühlten sich ein bisschen wie Zukunft an. Nachdem man per Knopfdruck die Tür öffnete, welche sich automatisch hinter einem wieder schloss, wurde man von einer französischen Stimme durch den Klobesuch begleitet. Meine nicht vorhandenen Französischkentnisse waren leider nicht ausreichend um auch nur eine annähernde Interpretation des Gesagten wiedergeben zu können, aber es war schon eigenartig genug nicht zu verstehen was die Stimme von sich gab.

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Einmal bekommt jetzt noch eine Kirche etwas mehr Aufmerksamkeit: Notre Dame. Großes Gebäude und so, aber was sich darin abspielte war noch viel beeindruckender. Da haben sich ernsthaft Leute angestellt um sich auf eine sehr ineffiziente Weise – mit zwei Fingern und nur ausgewählte Stellen des Gesichts – zu Waschen. Also: 1. Das ist Wasser was mit Wasser geweiht wurde (oder auch nicht) – fällt euch auf wie absurd das ist? 2. Da greifen tausende Leute täglich rein: Wisst ihr eigentlich wie unhygienisch das ist? 3. Nahe des Notre Dame ist ein Wasserbrunnen: Wenn ihr euch das Gesicht waschen wollt, tut es dort.

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Schließlich haben wir noch einem Schweizer der uns Österreicher in Frankreich für Amerikaner hielt geholfen bevor es – nachdem ich mein Ticket austauschen lassen musste (es hat nichtmal einen Tag gehalten(französische Qualitätsware *facepalm*)) – mit der U-Bahn mit extrem geilen Türen – wenn man da den Hebel betätigt gehen die wirklich sofort in annähernder Lichtgeschwindigkeit auf und man kann sich nicht noch einen Kaffee bestellen (ist bei den Preisen aber wohl eh besser so) bevor man den ersten Schritt hinaus wagen kann – in die Unterkunft zurück.

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Barcelona: Fußball, Strand und Straßenmusik – Tag 8

Wir sind nun bereits dem 8. Tag unterwegs und die Zeit scheint wie im Fluge zu vergehen. Ankommen in der neuen Stadt, schnell so viel wie möglich zu Fuß anschauen und schon geht es ab in die nächste Stadt. Vor allem im Gegensatz zu Madrid – wo unser Aufenthalt ähnlich lang war – verging die Zeit in Barcelona extrem schnell, und so ergibt es sich, dass dies schon unser letzter Tag und Barcelona und damit auch der letzte Tag in Spanien ist. Morgen geht es dann weiter nach Paris (und wieder schreibt er diese Lüge eiskalt runter, während er im Zug nach Paris sitzt (nach abermaligem Unverständnis für das System und die Arbeitskräfte des Barcelona Sants Bahnhofs (aber dazu morgen mehr (hoffentlich))))

IMG_1396Nachdem Alex meinte er wolle unbedingt zumindest – wenn schon nicht die Madrider Stadien – das leere Barcelona Standion ansehen – wofür ich mich eigentlich nicht sonderlich begeistern konnte – statteten wir dem Camp Nou zu Tagesbeginn (oder bei unserer Aufwach- und Wegzeit) einen Besuch ab. Natürlich erst nach dem angemessenen Morgenritual mit dem sich selbstbeschreibendem Namen „Kaffee und Bäckerei“.

Für den Preis den man in Barcelona für den Eintritt ins Stadion ohne Spiel hinlegt, kann man fast schon ein österreichisches Bundesligaspiel (mit Stadioneintritt!) besuchen. 17€ für Schüler und Studenten (ich bezweifle, dass der Ticketverkäufer von unseren – übrigens offiziell schon ungültigen – Schülerausweisen auch nur ein Wort lesen konnte) und 23€ für Erwachsene. Ich möchte nochmal herausstreichen: Dabei sieht man nur das Stadion und ein Barcelona-Museum.

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Drinnen war alles wie gewohnt. Im „Museum“ wurde ein Pokal neben dem anderen ausgestellt und alte Sportbekleidung zum Besten gegeben. Menschen posierten mit und neben den Pokalen (fragt mich bitte nicht warum ich verstehe es doch auch nicht). Natürlich kam auch die schlechte Greenwall Technik nicht zu Kurz: Ein Semi-Gephoshopptes Bild im Stadion oder auch ein Bild auf dem es so ausschaut als würde man Schulter-an-Schulter mit seinem Barcelona-Star stehen: Kein Problem! Ich muss das alles nicht verstehen, ich will das alles nicht verstehen und ich höre jetzt einfach auf weiter darüber nachzudenken.

Sehr interessant waren auch die Audio-Guides. Würde man davon ausgehen, dass bei einem Eintritt von 17 bzw. 23 Euro Audio Guides mitinbegriffen sind, der irrt fatal. Nochmal extra 5€ hätte man dafür bereits sein müssen auf den Tisch zu legen (ich weiß übrigens nicht was die Semi-Gephotoshoppten Bilder gekostet hätten, aber gratis waren die natürlich auch nicht).

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Kurze Begeisterung machte sich breit als ich im „Multimedia“-Bereich des Museums eine Oculus Rift erblickte – schon länger man wollte ich die ausprobieren – doch leider wurde die Begeisterung von der kurze Zeit später aufkommenden Ernüchterung, dass dies die Uralt-Version der Rift mit mega schlecht aufgelöstem Display ist. Unterm Strich bleibt: Es ist ein beeindruckend großes Stadion, ich würde sicher nicht mehr 17€ zahlen um dort hineinzukommen, aber ich würde auf jeden Fall wenn sich die Möglichkeit irgendwann mal ergeben sollte um einen nicht allzu absurd hohen Preis zu einem Spiel zu kommen, diese wahrnehmen, denn die Stimmung ist sicher gigantisch (und der gespielte Fußball natürlich auch großartig). Auch und ich war bitter enttäuscht von den Sitzen im Stadion: Die waren aus Plastik. Ich will wahrscheinlich gar nicht wissen wie viele Sitze da so pro Spiel kaputt gehen und ausgewechselt werden müssen.

Was andere mit dem Touristenbus fahren, gehen wir einfach mal zu Fuß. Der Vorteil: Man weiß immer ob man richtig gegangen ist, weil auf der Route die wir für den Tag auserkoren hatten, nahezu durchgehend Touristenbusse unterwegs waren. Dieser Zustand ermöglichte uns nahezu zwischenfallsfreie Sightseeing-Aktivitäten und das obwohl die Tourismusorganisation unseres Unvertrauens es nicht geschafft hatte einen Plan zur Verfügung zu stellen, der korrekt genordet war. Da blutet mit das Ex-Pfadfinder-Herz.

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Auf dem Weg zum Strand – eine Abkühlung hatten wir uns unseres Erachtens nach (und das ist ja immerhin das einzige was zählt) eindeutig verdient – liefen wir dann noch in einer Einkaufsstraße sehr auffälligen und guten Straßenmusikern über den Weg. Eine sehr authentische und witzige Truppe dürfte das gewesen sein.

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Nachdem wir bei einem kurzen Ausflug ins Kühle (aber sehr angenehme) Nass mit anschließenden Körperbräunungsintentionen, feststellen mussten, dass der Strand in Barcelona lang nicht an jenen in Valencia herankommt, suchten wir noch nach einer Nahrungsaufnahmestätte, die leistbar und uns nicht vollkommen abartig erschien. An Greenpeace AktivistInnen vorbei – die mit der Arctic Sunrise gerade im Hafen angelegt hatten (was für eine bemerkenswerte NGO) – hin zu einem Buffet/All-You-Can-Eat das überraschenderweise nicht diesen McDonalds-Flair und Geruch hatte bei dem man sich einfach nur bei jedem Schritt den man weiter in das Gebäude vordringt, weiter ankotzen möchte. Nachdem wir den ganzen Tag noch nichts g’scheites zu Essen hatten erschien dies irgendwie passend und leistbar. Das Restaurant war übrigens auch richtig schön eingerichtet, was fast noch mehr erstaunte. Während die Auswahl an Hauptspeisen nicht allzu groß war, ragte daneben ein großes Salat-Buffet und am anderen Ende Obst und andere Nachspeisen. Sollte sich übrigens mal jemand in Barcelona ansaufen bzw. vorglühen wollen, der soll sich bei mir melden, denn dort war das Bier im All-You-Can-Drink (zumindest als wir dort waren) mitinbegriffen.

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Durch geheimnisvolle aber vielmehr angsteinflösende Wälder, aber immerhin mit einem wunderschönen Blick über die Stadt, ging der Tag in den späten Abendstunden zu Ende während wir noch farbenfrohe Wasserspiele inmitten der Stadt beobachteten.

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Gebt den Spaniern keine englischen Klimaanlagen-Bedienungsanleitungen – Tag 6 & 7

So und wieder ein gesammelter Blogpost von 2 Tagen (zhzhzh!). Dieser Blogpost wird Ihnen präsentiert mit der eiskalten Frische des Valencia-Barcelona Transports und der weiterhin spanischen Hitze der Großstadt.

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Tag 6 ging früh los (aber zum Glück nicht ganz so früh wie in Madrid bei der Abreise). Und es ging in einem erstmal gar nicht allzu kühlen – ja fast schon angenehmen – Zug wieder zurück nach Madrid. Nein wir haben die Planung nicht vollkommen vergeigt, es geht nur halt einfach nicht gut anders. Nachdem wir mittlerweile natürlich schon Madrid-Bahnhof-Profi-Einsteiger/Umsteiger sind, verlief das auch alles reibungslos. Hier wurden übrigens zum Ersten mal auch die Reisepässe/Personalausweise die fest durch einen schwarz-aus-weiß-Aufdruck mit dem Interrail Ticket verbunden sind, kontrolliert. Da war wohl eine ganz Korrekte am Werk.

Und selbstverständlich mussten wurden unsere Rucksäcke abermals gescannt (in Valencia übrigens auch), was sich mir noch immer nicht ganz erschließt, denn man selbst muss nichtmal durch so ein Metall-Detektor-Flughafen-like Gerät durchgehen, was erwarten die also in den Rucksäcken zu finden? Messer und Bomben schaff ich auch noch so mit mir herumzutragen. Aber vermutlich alles Placebo, damit sich die Amis wie zu Hause fühlen mit den ganzen Post-9/11-übermäßigen Sicherheitschecks.

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Die Fahrt von Madrid nach Barcelona war dann wieder von einer eisernen Kälte geprägt. Die sollten echt mal ihre Klimaanlagen in den Griff bekommen. Aber die gute Nachricht ist: Wir habens auch überlebt. Nahezu unbeschadet.

Am Bahnhof in Barcelona wurden allerdings dann ein paar Nerven von mir getötet und verwandelten sich in graue Haare die blitzschnell aus meiner Kopfhaut emporzusteigen schienen (so fühlte es sich zumindest an und ich bin mir fast sicher, dass es sich genauso ereignet hat). Das Ticket von Barcelona nach Paris konnten wir nämlich – im Gegensatz zu sämtlichen anderen Tickets – nicht online buchen. Nachdem die nette Dame von der Auskunft uns auf andere Schalter verwies hatten wir schon das Ziel in Sicht, denn nahezu niemand stand dort angestellt. Doch der Eindruck trügte. Nachdem uns der erste man am Schalter in Spanisch anzuschreien begann und auch nach dem 5. Hinweis meinerseits nicht bereit (und höchstwahrscheinlich auch nicht fähig) war mir eine akkurate Antwort in Englisch zu liefern, gingen wir zum nächsten Schalter. Der Mann hinter diesem Schalter wies uns dann – nicht sonderlich nett, aber zumindest verständlich – auf das hier herrschende Turn-Number-System (dieses Ding wo du eine Nummer ziehst und dann nach einiger Zeit auf riesigen Schildern steht zu welchem Schalter du gehen darfst) hin.

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Eine 3/4 Stunde (oder so) später wurde der Zielsprint eingeleitet und wir fieberten dem Aufruf der Nummer fast schon entgegen. Glücklicherweise dürften wir einen der wenigen Menschen am Schalter erwischt haben, der halbwegs Englisch konnte, was den Ablauf sehr beschleunigte. Nichtmal die Schilder die auf das Turn-Number-System hinwiesen waren in Englisch, ich mein‘ Leute: DAS KANN DOCH NICHT SO SCHWER SEIN! (you had one job!). Das ist ein verdammter Bahnhof, da sind einfach mal viele Ausländer, ob es euch gefällt oder nicht, und die können, ob es euch gefällt oder nicht, nunmal nicht alle Spanisch. (wahrscheinlich waren die Bedienungsanleitungen für die Klimaanlagen im Zug auch in Englisch, das würde so einiges erklären)

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Achja apropos Touristen und Ausländer: Es ist fast schon beachtlich wie viele deutschsprachige Menschen einem hier über den Weg laufen. Das war weder in Valencia noch in Madrid in diese Maße der Fall.

Wie auch immer. Wir haben uns wie auch schon in Valencia aus Kostengründen (und weil wirs können) für den Nichtkauf der Öffi-Tickets entschieden. Bisher taten wir recht gut daran. Einer der Gründe dafür, war auch die relativ nahe am Bahnhof liegende AirBnB-Unterkunft, welche übrigens überraschend organisiert ist. Wir haben in der Küche ein eigenes Kästchen mit Besteck und im Kühlschrank ein eigenes Fach. Zusätzlich gibt es noch direkt in der Wohnung Reise-Prospekte und auch der Gastgeber selbst hat Barcelona-Tipps und Empfehlungen ausführlich niedergeschrieben.

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Von dieser Organisiertheit beeindruckt erblickten wir dann am Weg in die Innenstadt erstaunliches. Hier waren DIXIE Klos aufgestellt (so weit so unspektakulär) und Form von Pisuars. Leider war es nicht möglich mit den Rolltreppen (die hier ja einfach mal mitten in der Gegend herumstehen) direkt zu den DIXIE Klos zu gelangen, aber ich bin mir sicher, das bekommen die auch noch irgendwann hin.

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Etliche Kirchen und Gebäude die „wichtig aussehen“ später rührte sich natürlicherweise der Magen und wir mussten feststellen, dass es hier irgendwie sehr schwer möglich ist Essen ohne Wein zu bestellen. Und noch schwieriger Essen ohne Alkohol. Erkenntnis des Tages war folgedessen, dass man auf nüchternen Magen zwar (soweit bekannt) sehr schnell betrunken wird, sich das Trunkenheitsgefühl aber auch schnell wieder legt.

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Der 7. Tag war dann von sehr viel Gehen und Sightseeing geprägt. Achja und hier gibt es auch selbstverständlich einen Apple-Store. Und Barcelona: Eure Touristen-Informations-Karten sind viel schlechter als jene von Madrid und vor allem jene aus Valencia. Achja und wir haben wieder Weed angeboten bekommen (hier in Spanien müssen die echt viel kiffen) und das bemerkenswerte daran: Der Dealer hat uns in Englisch angesprochen. Das haben noch die wenigsten VerkäuferInnen geschafft, nichtmal die mit der viel zu hohen Stimme aus einer der vielen – in Spanien gibt es echt überall viele – wunderbaren Bäckereien mit den hervorragenden Croissants.

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Ab zum Strand mit falschem Sirup – Tag 5

Interrail Tag 5 und diesmal treibt uns das idyllische Valencia mit Sonnenstrahlen aus unserer Unterkunft. Wie eigentlich die gesamte bisherige Reise, war auch dieser Tag von Hitze uns Sonne geprägt. Die Luft und Hitze in Valencia ist allerdings ganz anders heiß als jene in Madrid (nein ich bin nicht wahnsinnig), ich empfinde sie als angenehmen, Alex nicht so. Zumindest der Wind hier fühlt sich halbwegs kühl an, in Madrid hatte man das Gefühl ein Windstoß führt noch zusätzlich zu einem exponentiellen Anstieg der gefühlten Temperatur, je nach Windstärke.

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Während wir noch ein paar Kirchen und sonstige Gebäude die (um Alex zu zitieren) „irgendwie wichtig ausschauen“ abgeklappert haben, wunderten wir uns auf dem Weg durchgehend über die eigenartige Anordnung der Fußgängerampeln (diese sind oftmals direkt neben jenen für die Autofahrer und man muss 2 mal schauen bis man erkennt ob man gerade gehen darf oder Gefahr läuft eines qualvollen Todes in einer wunderschönen Stadt zu sterben), aber eigentlich ist es gar nicht so relevant, denn die Fußgängerampelfarben haben hier sowieso nicht dramatisch viel Relevanz. Hier geht’s zu wie auf der Mariahilferstraße, nur halt überall.

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Auch bemerkenswert anders sind die „Einweiser“ (die haben bestimmt auch noch einen besseren Namen, aber wenn wir einen Spanier danach fragen würden, würde uns der bestimmt nicht verstehen, Englisch ist nicht grad die Paradedisziplin, des Durchschnittsspaniers, so scheint es zumindest), die stehen nämlich durchgehend mit dem Arm wachelnd (das muss doch irgendwann voll weh tun?!) neben leeren Parklücken und versuchen annähernde Autofahrer dazu zu motivieren genau ihre Parklücke zu wählen, damit sie ihnen beim Einparken helfen können. Diese Leistung dürfte dann mit einer freiwilligen Spende oder so entlohnt werden. Naja die einen gehen betteln, die anderen machen Straßenmusik und die dritten gehen Autos einweisen. Warum auch nicht.

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Übrigens sind wir auf die geniale Idee gekommen nach Sirup in einem Supermarkt (nachdem es in Valencia ja einige – zumindest mehr als in Madrid (Halleluja!) – gibt) Ausschau zu halten. Sagen wir mal so: Wir dachten wir hätten ihn gefunden. Trauben-Sirup, der direkt neben dem Essig gestanden ist („Alarmglocken sollten leuten“ Nummero 1), dazu noch sehr dünnflüssig war (Alarmglocken sollten leuten“ Nummero 2) und auch kein Mischverhältnis aufgeschrieben hatte (Alarmglocken sollten leuten“ Nummero 3). Wenn man diese drei Punkte kombiniert, wird man schnell erkennen, dass wir ganz sicher kein Sirup gekauft hatten, sondern offensichtlich Trauben-Essig (ich befürchte Sirup gibt’s hier gar nicht). Hat übrigens gar nicht mal sooo gut geschmeckt im Wasser (welches aus der Leitung hier übrigens sehr chlorhaltig schmeckt).

Der folglich Fußweg ging durch den schönen Grünstreifen/Park der mitten durch Valencia durchgeht. Dieser Park ist vor allem von zwei Dingen geprägt: Viele viele Fußballfelder (sie dürften großteils Vereinen gehören, evtl. sind dort einfach fast alle Fußballvereine Valencias versammelt untergebracht) und keine Toiletten weit und breit. Ernsthaft, warum baut man einen Park ohne ausreichende Toiletten?!

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© Gregor

Wir schreiten also weiter unseres Weges, das festerklärte Ziel ist das Meer (wir hätten eigentlich mitdenken können und Badehosen aus der Unterkunft mitnehmen können), vorbei an riesigen, modern aussehenden, großteils leerstehenden Gebäuden, welche die Vermutungen von reinen Panoramaverbesserungsmaßnahmen aufkommen ließen (der Panoramabehörde hätte das sicher gefallen), hindurch durch einen ausgestorbenen Bezirk der so wirkte als wollte man hier ein modernes Viertel hochziehen, aber man hat es einfach nicht geschafft.

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© Alex

Wenige Bootsbesichtigungen und erstaunte Blicke die sich auf die Inlineskaterin richteten die sich in beeindruckender Art und Weise (und einem beachtlichen Tempo) durch die Luft der Hafenhallen wirbelte, war auch endlich ein Strand in Sicht.

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© Gregor

Das Wasser, welches es sichtlich genoss auf den wunderschönen Sandstrand zu fließen, schnell noch angetestet und den Markt direkt daneben mit der Hoffnung auf die Auffindung schöner Sonnenbrillen (Spoiler: die Hoffnung erfüllte sich nicht) durchschlendert und dann ging es auch schon wieder an den Gebäuden die Alex fälschlicherweise für ein Einkaufszentrum gehalten hat, vorbei und langsam zurück in die Innenstadt.

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© Alex

Beeindruckt haben wir beim abendlichen Rundgang durch die Einkaufsstraßen dann noch festgestellt, dass es selbst in Valencia (wie auch in Madrid) einen Apple-Store gibt (UND BEI UNS IN GANZ ÖSTERREICH KEINEN EINZIGEN). Am Ende des Tages standen (laut Withings-Pop-Messung) 37,056 Schritte (was sich lauf Withings auf 32,85 Kilometer beläuft) und die Erkenntnis, dass Interrail wohl eine der besten Methoden wäre abzunehmen, obwohl wir das eigentlich beide nicht nötig haben. Also wer mal wieder eine Diät braucht: das ist bestimmt eine der schönsten und erfahrungsreichsten Methoden überhaupt.

Und morgen geht’s dann weiter nach Barcelona (ok das ist gelogen ich schreib das gerade während wir im Zug nach Barcelona sitzen, aber psssstt….)

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Aus dem paroramabehördlich geprüften Madrid ins WLAN-lose Valencia – Tag 3 & 4

Gut damit hätten wir die selbstauferlegte jeden Tag ein Blogpost Vorgabe auch erfolgreich gebrochen. Dafür dürft ihr jetzt hier gleich Texte mit literarischem Besonderheitswert von gleich zwei Tagen lesen.

Unseren letzten Tag in Madrid gingen wir nicht mehr ganz so extrem an, auch weil ein gewisser Mitreisender auf die grandiose Idee gekommen ist einen Zug zu reservieren, welcher zu einer bemerkenswert frühen Zeit den Bahnhof von Madrid verlassen soll. Also klapperten wir noch ein paar Orte in der Großstadt ab, die wir bisher noch nicht gesehen hatten bzw. von denen wir bisher glaubten sie noch nicht gesehen gehabt zu haben. Der gleiche Mitreisende hat es nämlich auch versäumt so manche Teile unserer Erkundungsreise ausreichend zu dokumentieren. Dies gründete aber auch in der Erkenntnis, dass die Madrider Innenstadt eigentlich gar nicht mal so groß ist und wir uns nach 2 Tagen eigentlich schon recht gut zu Recht gefunden haben. Orientierungssinn olé!

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© Gregor

Der finale Abschnitt unserer Madrid-Erkundungsreise führte uns unter anderem über eine Brücke, die in Österreich niemals zugelassen werden würde bzw. nicht mehr existent sein dürfte hin zu grünen Vögeln deren einzigartiges Erscheinungsbild wir nicht mit unserem viel zu teuren Kameraequipment – das wir hier die ganze Zeit mit uns herumschleppen – einzufangen geschafft haben. Man konnte die Gegend dort bestimmt eher als „abgefuckt“ bezeichnen, wenn man das denn wollte.

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© Alex

Auch haben wir es geschafft eine Gondelbahn quer über Madrid zu überstehen, deren TÜV Zertifikat bestimmt auch nicht existent wäre, aber bei der Aussicht würde sogar die österreichische Panoramabehörde ein Auge zudrücken.

Abgeschlossen wurde der Tag bei einem letzten (*sadface*) Abendrundgang durch einen der Parks (beim Temple of Debod), ganz nahe unserer Unterkunft, bei dem sich herausstellte, dass die Spanier scheinbar auch unter der Woche am Abend nicht vor dem Wein zurückschrecken. Ach und Alex hat noch ein Souvenir gekauft, weil er meint er hat noch nicht genug Magneten an seiner Wand hängen (das ist auch irgendwie eine interessante Variante des Schwanzvergleichs, oder?)

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© Alex

Madrid TL;DR: Schöne Stadt, wirklich tolle Atmosphäre, mir persönlich etwas zu dreckig, viele und große Parks, gutes U-Bahn-Netz. Madrid: Gerne bald wieder!

Wir springen jetzt mal ein paar viel zu wenige Stunden Schlaf nach vorne. . Madrid am Morgen war ziemlich ausgestorben, zum Genießen, war allerdings wenig Zeit, weil eigentlich braucht dieser Gregor immer noch einen Kaffee in der Früh, den er heute wieder nicht bekommen hat. (Skandal!). Zumindest haben wir uns auf dem verwirrenden Bahnhof dann auch irgendwann zurechtgefunden (es gibt zweimal die gleiche Bahnsteignummer für unterschiedliche Zugtypen, oder so… wtf?). Nachdem unser Gepäck durchgescannt wurde – ja nicht nur die Engländer sind scheinbar sicherheitsfanatisch – und wir die spanischen Anweisungen der netten Dame die unsere Zugtickets gecheckt hat ignoriert haben – wir wollten sie natürlich nur nicht in Verlegenheit bringen, falls ihr Englisch nicht so toll ist *hust* – wurden wir zum Glück von zwei hilfsbereiten Spaniern auf den korrekten – und nicht sonderlich offensichtlichen – Weg zum Bahnsteig hingewiesen.

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© Gregor

Die Zugfahrt war dann super. Viel Platz uns sogar mit Steckdosen… (da kommt doch noch was) … naja leider waren die Klimaanlagen, nicht auf unsere Bekleidung – die sich in kurze Hose + T-Shirt zusammenfassen lässt – ausgelegt und somit war es doch etwas kalt im Zug. Aber wir wissen, dass wir uns bei der nächsten Fahrt am besten mit Winterjacke und Skiunterwäsche in den Zug setzen sollten. Ach und die WLAN-Maslow-Pyramide haben sie auch nicht beachtet, aber das hatte ich auch nicht erwartet, oder vorausgesetzt.

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© Alex

Angekommen in Valencia (Gregor bekommt seinen Kaffee!!!! (wieso steht das nur in Klammern?!)), erstmal das nächstbeste Tourismusbüro aufgesucht. Das sonderliche: Vor diesem Tourismusbüro war eine Schlange. Also eine Menschenschlange (versteht sich). Vermutlich sind wir aber die einzigen beiden Menschen auf der Welt die das irgendwie beeindruckend fanden.

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© Gregor

 

Mit all dem Gepäck, was für diese Reise vorgesehen ist, erkundeten wir dann erstmal Valencia. Unser Rücken wird es uns danken. Erster Eindruck: Wunderwunderschöne Stadt, ziemlich sauber und mit etwas mehr Supermärkten als in Madrid. Nachdem wir also mit abartig vielen durch die schwere Gepäckslast verschuldeten Pausen, die ersten Meter in Valencia zurückgelegt hatten, wurde zu Mittag eine Wassermelone aus dem Markt herangezogen. An dieser Stelle ist anzumerken: Wenn Gregor sagt wir schaffen nicht mehr als eine halbe Wassermelone, dann hat er sehr wahrscheinlich recht und man sollte ihm (wie es zum Glück der Umwelt) in diesem Fall auch geschehen ist. Der Markt ist durchaus ein interessantes Fleckchen. Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Backwaren waren dort vertreten und das druchgemischt von aufwendigen Ständen bis hin zu sehr einfach gehaltenen. Insgesamt wirkte aber alles sehr sauber und ordentlich frisch gehalten. Ein Markt ganz nach meinem Geschmack.

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© Alex

Nach dem Verzehr der Wassermelone und dem mehrmaligen vergeblichen Versuch meinerseits ein freies WLAN für die weitere Kontaktaufnahme mit unserem AirBnB-Host zu finden, kamen wir dann trotzdem rechtzeitig in unsere Unterkunft. Abgeschlossen wurde der Tag nach einem kurzen Regenschauer (man hatte fast das Gefühl für die Einheimischen sei dies gerade ein weltbewegendes Ereignis gewesen) mit der traditionellen Suche nach einem Supermarkt, welche sich wieder als recht zeitaufwendig aber immerhin schlussendlich – im Gegensatz zu Madrid – als zu bewältigend herausstellte.

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© Gregor

P.S.: Ich habe heute seit ewiger Zeit wieder Wasser in einer Plastikflasche gekauft und es fühlt sich so schlecht an. Ich geh mich jetzt in die Ecke schämen.

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© Alex

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Zwischen Hipster-Kaffee-Bäckerei-Vierteln, Selfie-Sticks und Wasserflaschen-Sudern – Tag 2

Der erste morgen auf unserem Trip ist erstmal von einer überraschend schnellen AirBnB Buchung geprägt. 3 Minuten bis zu ersten Antwort und nochmal 2 bis ich die Zahlungsinformationen gemeistert habe. Valencia ist damit auch gebucht. (ob es wohl einen AirBnB-Schnellbuch-Weltrekord gibt?)

Wenig später machte sich ein Versäumnis des gestrigen Tages bemerkbar. Dank unserer Unfähigkeit einen Supermarkt zu finden (man möchte meinen das sei einfach aber lasst euch gesagt sein, ist es nicht), der sich in unserem Optimisum ala „Gehn wir einfach drauf los irgendwo wird bestimmt ein Supermarkt sein“ ausdrückte, war auch kein Frühstück vorhanden. Wer mich kennt weiß, dass man mit einem Gregor ohne Kaffee und Frühstück genau gar nichts anfangen kann.

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Das Kaffee Problem erübrigte sich irgendwann von selbst, denn tatsächlich – auch wenn es noch so unmöglich erscheint – irgendwann wacht man auch so halbwegs auf. Schön zu sehen, dass das auch noch so funktioniert.

Größtes Ziel heute war der „Parque de El Retiro“ was einfach ein ziemlich fetter Park ist. Beeindruckend wie viele Leute dort laufen gehen und anderen Sport treiben, könnte eventuell auch der Grund dafür sein dass hier relativ wenig übergewichtige Menschen auf der Straße herumlaufen. Aber allgemein ist unter Tags wirklich extrem wenig los. Und heute war Sonntag, also wenn die nicht alle ziemlich halsbrecherische Arbeitsverträge haben hatten die heute eigentlich frei. Dafür füllt es sich gegen Abend hin sehr schnell. So ein nachtaktives Volk, ziemlich interessant…. Ich schweife ab…

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Nachdem mein Wunsch nach ein Frühstück im Park nicht wirklich erfüllt werden konnte haben wir uns halt einen kulturellen Leckerbissen reingezogen. Mitten im Park war da plötzlich eine Ausstellung in einem der Gebäude. Gratis Eintritt! Sowas kann man sich natürlich als armer Ex-Schüler nicht entgehen lassen und tatsächlich sollten wir den kleinen Umweg den wir dafür gemacht hatten nicht bereuen. Es war eine recht kleine Ausstellung mit minimalistischen Kunstwerken aus Holz, Metall und Stein. Ziemlich schön und irgendwie beruhigend anzusehen.

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Aber nun endlich tritt ein worauf wir alle (na gut eigentlich nur ich) die ganze Zeit gewartet haben: Gregor bekommt was zu essen. Eine Bäckerei auf der Hinterseite des Parks wird ausgemacht sichern nicht zuletzt aufgrund der schönen Einrichtung zur Lebensrettung auserkoren. Die lebensrettenden Maßnahmen waren ein mit Schokolade gefüllter Genuss. Wenig später schien es als hätten wir gerade das Hipster-Kaffee-Bäckerei-Viertel von Madrid gefunden. Eine stilvoll eingerichtete Bäckerei/Kaffee neben dem anderen. Das war eher überraschend da die Geschäfte bisher meist nicht soooo schön erschienen. Na also Bäckereien findet man in Madrid zumindest einfacher als Supermärkte.

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Nachdem gestern meine soulbottle meiner Unfähigkeit Objekte nicht umzuhauen erlegen ist, mußte ich selbstverständlich jeden laden und jeden stand nach einer eventuell möglichen gläsernen Alternative mit wiederverschließbarem Verschluss (schöne Wortkombination, ich liebe diese Sprache) absuchen. Was mir allerdings stattdessen ins Auge sprang war Händler der Selfie Sticks verkaufte. Und das verwundert nicht weil man annehmen könnte dass niemand Selfie Stocks verwendet meine das verwundert weil ALLE Menschen dort schon mit einem Selfie Stick herumrennen. Ich habe noch nie so viele Selfie Sticks auf einem Haufen gesehen und ich habe eine gewisse Angst, dass dieser Trend auch in Österreich noch stärker wird. Man könnte auch einfach jemanden fragen ob er ein Foto von einem machen könnte, aber ok, alles gut, Gregor nicht durchdrehen, es ist nur ein Trend, es wird wieder vorbeigehen.

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Es schien fast unmöglich eine Glasflasche zu bekommen. Wasser: kein Problem, an jeder Ecke, wenn auch in nicht allzu vielen verschiedenen Formen. Man bekommt fast das Gefühl jeder dort kauft stilles Mineralwasser. Obwohl ich mir noch nicht ganz sicher bin warum denn eigentlich ist das Leitungswasser hier wirklich okay. Und ich trink es jetzt auch seit zwei Tagen und habe absolut keine Probleme oder so. Ich habe übrigens Angst davor den Plastikflaschenverbrauch von Spanien zu Googeln und ich habe auch Angst davor zu erfahren wie wenige dieser Flaschen in irgendeiner Form recycelt werden.

Zumindest war es dann so weit: nach etlichen ernüchterten Blicken auf die diversen Stände die hier überall in den Tourismusgebieten verteilt sind erlöste mich ein Geschäft das ich in die Kategorie „Ja ich bin auch ein Supermarkt“ einordnen würde, von meinem Leid. Ich hab die wohl einzige halbwegs gut ausschauende wiederverschließbare Glaswasserflasche in ganz Madrid gefunden. Und ich hab verdammte 3 Euro dafür hingelegt. Ich red mir seit dem ein, dass das Wasser darin in Wirklichkeit eh gratis war und ich nur für die Fläche gezahlt habe. Funktioniert eingestrichen überraschend gut. Ein Lvl over 9000 gut gelaunter Gregor ging dann weiter durch die Straßen von Madrid.

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Nichtmal die Polizei, die überall in Madrid extrem präsent ist konnte diese Stimmung dann noch trüben. Man weiß nicht genau ob man es gut findet, dass die überall hier herumstehen, an jeder Ecke, an jedem öffentlichen Platz. Aber naja wir sind ja nicht zum Demonstrieren auf einer linken Demo hier, sondern zum Erkunden der Stadt.

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Dann gabs noch drei Erkenntnisse die man unter der Kategorie „weird“ verbuchen kann.
Nummero 1: Wir haben eine Kunst-Ausstellung des Bundesheeres dort gesehen. Viele Fotos von Krieg-Spielenden Soldaten, aber auch gemalte Kunst, die ich erstmal nicht wirklich Krieg oder Heer zugeordnet hätte. Für mich zwei ziemliche Gegensätze, mit der Freiheit der Kunst und dem elitären System des Heers. Aber gut kann man auch mal erlebt haben, muss man aber nicht, vor allem wenn die Ausstellung von Soldaten mit ziemlich fetten Gewehren bewacht wird.
Nummero 2: Die Prostituierten stehen in Spanien schon um 6 Uhr auf der Straße. Unsere Unterkunft ist relativ nahe zu einer Hauptstraße und in einer der Nebenstraße dieser Hauptstraßen stehen relativ viele Prostituierte, das ist uns schon gestern aufgefallen, aber, dass sie dort schon um 6 Uhr stehen, war doch etwas überraschend, vor allem weil es um diese Uhrzeit dort noch extrem hell ist.
Nummero 3: Wir haben Hasch angeboten bekommen. Ja ok ist jetzt an sich nicht so was abnormales, aber Touristen? Ich mein wir sind wirklich dort gestanden mit der Karte ringend, weil wir grad nicht wussten wo wir weiter hin müssen. Naja der Dealer war bei der Auswahl seiner potentiellen Kunden wohl nicht wirklich wählerisch.

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Endlich finden London und die Hitze mal zusammen – Tag 1

Mit dem viel zu frühen Aufstehen um den Flug über London nach Madrid zu erwischen, beendeten wir also nun offiziell die Nachmaturalichen Feierlichkeiten und gingen in die Maturareisephase über. Geplant ist eine Interrail-Route von Madrid aus über Valencia nach Barcelona, danach weiter nach Paris, Amsterdam und zum Schluss Berlin (danach natürlich wieder in die gewohnte wienerische Heimat).

Dann also der Planung wegen das erste Mal einen Flug mit Umsteigen/Zwischenstopp erleben. An dieser Stelle ist der British-Airways Pilot hervorzugehen, der es tatsächlich geschafft hat die Ansagen im Flugzeug amüsant zu gestalten. Ok das schlechte Londoner Wetter hat seinen Witzen vielleicht ziemlich in die Karten gespielt aber trotzdem.

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Heathrow besticht daraufhin vor allem mit zweierlei: Ihrem Flughafeninternen Straßennetz und den absurden englischen Sicherheitsvorkehrungen. Ich war schwer beeindruckt von dem ewig langem Tunnel den wir beim Terminal-Zwischentransport durchquert haben. Mit der StVo nimmt man es dort allerdings nicht so genau. Sperrlinien und -flächen dürften eher Richtlinien und Ratschläge sein, aber gut. Die darauffolgenden Sicherheitschecks waren erwartungsgemäß übervorsichtig (WTF?! WIR HABEN SCHON IN WIEN EINEN SICHERHEITSCHECK GEHABT) und wir durften dann nochmal extra warten, weil in Alex’s Tasche „offenbar irgendwas mega gefährliches“ vermutet wurde. Nachdem die Frau von der Security allerdings Entwarnung gab konnten wir alle wieder aus unseren wohl gewählten Verstecken hervorkriechen, einmal tief durchatmen und weiter unseres Weges gehen. Wie es der Zufall wollte wirkte sich diese aus sicherheitstechnischen Gründen lebensnotwendige Verspätung aber nicht weiter aus, da auch unser Anschlussflug (nach Madrid) mit Verspätungen zu kämpfen hatte. (vielleicht sind sie auch schon alle geflüchtet als sie gehört haben, dass einer ihrer Passagiere extra kontrolliert werden musste).

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Fliegen ist übrigens eines jener Szenarien bei dem die Zwei-Klassen-Gesellschaft so wirklich sichtbar wird. Da steht man seit 15 Minuten in einer ewig langen Schlange und sucht nach jeder freien Lücke um doch noch ein paar Meter zu gewinnen, während die Krawattenträger mit ihren Schicki-Micki-Frauen (vielleicht sind es auch die Schicki-Micki-Frauen mit ihren Krawattenträgern wer weiß?) an der Seite hochnäsig vorbeistolzieren. Geld regiert die Welt.

Übrigens liebe Fluggesellschaften: Eure Durchsagen dürft ihr ruhig in einer Lautstärke vollstrecken, die auch für das menschliche Ohr wahrnehmbar ist. Nennt sich Kundenservice und so.

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Schlussendlich sind wir dann also gegen 14 Uhr in Madrid angekommen. Auf einem riesengroßen Flughafen. Also wirklich groß. Irgendwie überdimensioniert. Keine Ahnung wie die den jemals mit Leuten füllen wollen. Ein paar Probleme mit der Benamsung der U-Bahn später haben wir dann auch dieses System fürs Erste gemeistert. Die U-Bahn ist zwar irgendwie ziemlich langsam, dafür ist das londonähnliche System beim Einstieg sehr praktisch. Allerdings hab ich jetzt schon Angst das fingernagelbreitgroße Ticket zu verlieren, Leute ernsthaft jetzt: Das ist viel zu klein. Das kann doch nicht sooo schwer sein ein richtiges Format für ein Ticket zu finden.

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Wiederum einige erfolglose Navigationsversuche später folgte schlussendlich die Ankunft in der AirBnB-Unterkunft. Das war genauso unspektakulär wie es klingt.

Nachdem Auf gut Glück losgehen sowieso die beste Art ist eine Stadt kennenzulernen, haben wir das dann auch prompt gemacht. Ich habe an einem Nachmittag/Abend vermutlich noch selten so viele unaussprechliche und gleichzeitig gleich klingende Straßen und Plätze gesehen.

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Ach und ich muss einfach noch ein Wort zu den Ampeln hier verlieren: Also erstens die blinken 10 mal. Ja 10 mal. Und wenn eine Ampel auf grün schaltet klingt es als würde die Alarmanalage des Autos das neben einem steht gerade losgehen.

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Die Athmosphäre hier in Madrid ist allerdings auf jeden Fall toll. Locker und keinesfalls hektisch. Es ist wunderschön hier zu sein und ich persönlich freue mich schon sehr auf die kommenden Tage und Wochen.

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Ach und zum traurigen Abschluss hab ich gerade meine soulbottle zerstört (der ehm. Klassenkollege der als erstes „ZWANZIG EUROO!!!!“ kommentiert nimmt an einem exklusiven Gewinnspiel teil). Am ersten Tag. Seufz. Morgen beginnt dann die Suche nach gläsernem temporären Ersatz. Könnte schwerer werden als erhofft, nachdem man hier praktisch die ganze Stadt mit Plastikflaschen herumrennen sieht :(

Und jetzt sitzen wir noch hier. Beide am Computer tippend. Alex mit der Frauenwelt und ich mit einem Blogpost. Was hab ich nochmal falsch gemacht?