f999825736

Tag 17 – 19: Street Art und VW-Bus-MeetUp

Der Tag in Henningsvear begann – wären wir in den ersten Tagen der Reise würde ich schreiben selbstverständlich – mit der Stadtbesichtigung, allerdings nicht bevor wir kilometerweit (eher ein paar hundert Meter) in der Stadt herumirrten um einen Mistkübel zu finden. Hauptsache ein Glasmüllcontainer stand direkt neben dem Stellplatz, aber wer braucht auch schon einen Restmüllcontainer… auf einem Wohnmobil-Stellplatz… absurd! Jedenfalls: Nachdem diese Hürde überwunden war, erkundeten wir das kleine Städtchen, welches übrigens nur über jene bereits zuvor angesprochene lange und enge Straße zu erreichen ist. Zwischen Meer, Felsen und Bäumen erstreckte sich da beispielsweise ein Fußballplatz quer über einen Teil der Insel. Auch riesige leere Holzkonstellationen schienen dort gänzlich normal zu sein. Wozu sie da sind, blieb uns vorerst noch unbekannt, aber sie stehen dort zumindest rum, und zwar viele. Auf unserem Weg zum äußersten Spitz der Lofoten Å (ja ich weiß dass sich das doof liest, aber die Stadt heißt so, was soll ich denn machen?!) hielten wir noch an einem der zahlreichen Seen (oder Buchten, manchmal weiß man das ja nicht so genau) um unser Mittagessen zwischen Bergen und Wasser zu genießen. (Auch wenn sich das fancyer anhört als es eigentlich ist, unser Mittagessen war nämlich – wie üblich – Brot mit Käse/Wurst plus Ketchup/Majo/Senf). Doch das alles macht nicht so viel aus wenn man von der wohl beeindruckendsten Landschaft umgeben ist, die ich in meinem Leben bisher gesehen habe (wenn die nur halb so gut geschmeckt hätte, wie sie ausgesehen hat, hätt ich sie sofort aufgegessen). Da uns die unregelmäßigen Lichter in den Tunnels sowie die relativ langweilige Stadt Å plus (vor allem) die gut gebuchten Fähren in den Hauptzeiten etwas abschreckten, beschlossen wir noch am selben Abend mit der Fähre Kurs auf Bodo zu nehmen. In der Fähren-Warte-Schlange schockte uns noch ein Vater mit Sohn, der stolz von einem dreiviertel Jahr Vorbereitungszeit für die Reise erzählte. Unsere Reiseplanung bestand mehr daraus Punkte in Google Maps einzuzeichnen und aufgrund dieser dann die Route festzulegen. Vollkommen verunsichert (nicht wirklich aber…) brachen wir dann noch die (nicht allzu) lange Fährenfahrt nach Bodo an um uns anschlißend etwas außerhalb der Stadt auf einen riesigen leeren Parkplatz zu stellen.

f1000992712

f999825736

Da wir aufgrund der späten Ankunftszeit am Vortag (nicht wirklich, da wird’s nicht dunkel) nicht mehr viel von der Stadt sahen, stand die Erkundung für diesen Tag an, allerdings nicht bevor wir noch das bestriechendste (vollkommen unironisch) Plumpsklo ever besuchten, welches direkt am Rand des riesigen leeren Parkplatzes zu finden war. Vor dem Touri-Anschau-Teil des Tags absolvierten wir allerdings noch eine weit herausforderndere Aufgabe: Den Einkauf in einem „Coop obs! Hypermarket“. Ich sag’s mal so: Das war ein Elektronik-Markt, Ein Küchen-Geschäft, ein Blumen-Laden, Bettenreiter, ein Bauhaus und ach ja ein Supermarkt. Diese Kombination führte dazu, dass wir darin ernsthaft ein bisschen das Zeitgefühl verloren. Geschockt von 7€ teuren einzeln in Plastik eingeschweißten Paprikas und der Nicht-Vorhandenheit von Haltbarmilch (gibt’s in Norwegen scheinbar einfach nicht. Punkt.) begaben wir uns mit einer viel zu hohen Rechnung nochmal zu einem Zwischenstopp beim Auto. In Bodo selbst überzeugten dann hauptsächlich die künstlerischen Aspekte der Stadt. Überall standen bunt lackierte Fahrräder herum und an einigen Stellen ragten wirklich schöne Street-Art-Kunstwerke. Sonst war die Stadt auch nett, aber halt nicht weiter besonders. Es folgte eine Fahrt durch’s Nichts. Also wirklich das war die ärgste Pampa. Nicht was wir in Österreich so als Pampa kennen. Da hat man sich einmal 360° im Kreis drehen können und hat nur Steppe gesehen, soweit das Auge reicht. Der Zwischenstopp an einem Fluss (nachdem wir die Pampa wieder verlassen hatte) zum Baden und Wasser auffüllen, sollte aufgrund meiner Unfähigkeit die mir 3 Schnittwunden einbrachte lieber unerwähnt bleiben. Zum stehen kamen wir in den Abendstunden an einer Raststätte direkt bei einem kleineren Fluss mit vielen Felsen zum herumkraxeln (ich mach sowas nicht, niemals doch). Doch die Freude über den schönen Übernachtungsplatz hielt nicht lange, nur kurz nach Ankunft las ich die ersten Meldungen des Münchner Amokläufers.

f394334920

Next Stop: Trondheim. Kennt man irgendwie, kann es aber nicht so wirklich zuordnen (um mal ganz salopp von mir auf andere zu schließen). Aber man muss sagen: Eine wirklich schöne Stadt. Und auch eine sehr sympathische, denn einen gratis extra auf Campingbusse und Wohnmobile ausgelegten Stellplatz sieht man nicht oft, auch wenn dieser etwas sehr voll war. Wir haben uns noch neben einen VW Bus gezwängt, der in einem Eck des Platzes stand. Es ist auch ein VW Bus, sie können uns also eigentlich gar nicht wirklich böse sein, richtig? Erstmal in der Abenddämmerung (just kidding, so richtig dunkel wird’s nach wie vor nicht) die Innenstadt erkunden. Schöne Häuser, einiges an Grünem und interessante Rad-Lift-Konstruktionen (here you go). Aber vor allem: Überall Pokemon Go Spieler*innen. Bisher hatten wie das nicht so mitbekommen, da dies wieder die erste richtige größere Stadt seit längerem ist, aber meine Güte das haben dort alle gespielt. Nachdem auch ich dann diesen Hype ausprobieren musste brachten uns Pikachu und Schiggy sicher wieder zu unserem VW Bus. Aja und die VW Bus Nachbarn waren auch nett. Ein bisschen Smalltalk inkl. VW-Bus-Probleme-Konversationen, VW-Bus-Verbrauch-Vergleichen, Reisetipps und Hundegesprächen später legten wir uns auch dieses Tages gar nicht mal so spät zur Ruh.

f1002635976

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>