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Zwischen Hipster-Kaffee-Bäckerei-Vierteln, Selfie-Sticks und Wasserflaschen-Sudern – Tag 2

Der erste morgen auf unserem Trip ist erstmal von einer überraschend schnellen AirBnB Buchung geprägt. 3 Minuten bis zu ersten Antwort und nochmal 2 bis ich die Zahlungsinformationen gemeistert habe. Valencia ist damit auch gebucht. (ob es wohl einen AirBnB-Schnellbuch-Weltrekord gibt?)

Wenig später machte sich ein Versäumnis des gestrigen Tages bemerkbar. Dank unserer Unfähigkeit einen Supermarkt zu finden (man möchte meinen das sei einfach aber lasst euch gesagt sein, ist es nicht), der sich in unserem Optimisum ala „Gehn wir einfach drauf los irgendwo wird bestimmt ein Supermarkt sein“ ausdrückte, war auch kein Frühstück vorhanden. Wer mich kennt weiß, dass man mit einem Gregor ohne Kaffee und Frühstück genau gar nichts anfangen kann.

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Das Kaffee Problem erübrigte sich irgendwann von selbst, denn tatsächlich – auch wenn es noch so unmöglich erscheint – irgendwann wacht man auch so halbwegs auf. Schön zu sehen, dass das auch noch so funktioniert.

Größtes Ziel heute war der „Parque de El Retiro“ was einfach ein ziemlich fetter Park ist. Beeindruckend wie viele Leute dort laufen gehen und anderen Sport treiben, könnte eventuell auch der Grund dafür sein dass hier relativ wenig übergewichtige Menschen auf der Straße herumlaufen. Aber allgemein ist unter Tags wirklich extrem wenig los. Und heute war Sonntag, also wenn die nicht alle ziemlich halsbrecherische Arbeitsverträge haben hatten die heute eigentlich frei. Dafür füllt es sich gegen Abend hin sehr schnell. So ein nachtaktives Volk, ziemlich interessant…. Ich schweife ab…

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Nachdem mein Wunsch nach ein Frühstück im Park nicht wirklich erfüllt werden konnte haben wir uns halt einen kulturellen Leckerbissen reingezogen. Mitten im Park war da plötzlich eine Ausstellung in einem der Gebäude. Gratis Eintritt! Sowas kann man sich natürlich als armer Ex-Schüler nicht entgehen lassen und tatsächlich sollten wir den kleinen Umweg den wir dafür gemacht hatten nicht bereuen. Es war eine recht kleine Ausstellung mit minimalistischen Kunstwerken aus Holz, Metall und Stein. Ziemlich schön und irgendwie beruhigend anzusehen.

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Aber nun endlich tritt ein worauf wir alle (na gut eigentlich nur ich) die ganze Zeit gewartet haben: Gregor bekommt was zu essen. Eine Bäckerei auf der Hinterseite des Parks wird ausgemacht sichern nicht zuletzt aufgrund der schönen Einrichtung zur Lebensrettung auserkoren. Die lebensrettenden Maßnahmen waren ein mit Schokolade gefüllter Genuss. Wenig später schien es als hätten wir gerade das Hipster-Kaffee-Bäckerei-Viertel von Madrid gefunden. Eine stilvoll eingerichtete Bäckerei/Kaffee neben dem anderen. Das war eher überraschend da die Geschäfte bisher meist nicht soooo schön erschienen. Na also Bäckereien findet man in Madrid zumindest einfacher als Supermärkte.

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Nachdem gestern meine soulbottle meiner Unfähigkeit Objekte nicht umzuhauen erlegen ist, mußte ich selbstverständlich jeden laden und jeden stand nach einer eventuell möglichen gläsernen Alternative mit wiederverschließbarem Verschluss (schöne Wortkombination, ich liebe diese Sprache) absuchen. Was mir allerdings stattdessen ins Auge sprang war Händler der Selfie Sticks verkaufte. Und das verwundert nicht weil man annehmen könnte dass niemand Selfie Stocks verwendet meine das verwundert weil ALLE Menschen dort schon mit einem Selfie Stick herumrennen. Ich habe noch nie so viele Selfie Sticks auf einem Haufen gesehen und ich habe eine gewisse Angst, dass dieser Trend auch in Österreich noch stärker wird. Man könnte auch einfach jemanden fragen ob er ein Foto von einem machen könnte, aber ok, alles gut, Gregor nicht durchdrehen, es ist nur ein Trend, es wird wieder vorbeigehen.

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Es schien fast unmöglich eine Glasflasche zu bekommen. Wasser: kein Problem, an jeder Ecke, wenn auch in nicht allzu vielen verschiedenen Formen. Man bekommt fast das Gefühl jeder dort kauft stilles Mineralwasser. Obwohl ich mir noch nicht ganz sicher bin warum denn eigentlich ist das Leitungswasser hier wirklich okay. Und ich trink es jetzt auch seit zwei Tagen und habe absolut keine Probleme oder so. Ich habe übrigens Angst davor den Plastikflaschenverbrauch von Spanien zu Googeln und ich habe auch Angst davor zu erfahren wie wenige dieser Flaschen in irgendeiner Form recycelt werden.

Zumindest war es dann so weit: nach etlichen ernüchterten Blicken auf die diversen Stände die hier überall in den Tourismusgebieten verteilt sind erlöste mich ein Geschäft das ich in die Kategorie „Ja ich bin auch ein Supermarkt“ einordnen würde, von meinem Leid. Ich hab die wohl einzige halbwegs gut ausschauende wiederverschließbare Glaswasserflasche in ganz Madrid gefunden. Und ich hab verdammte 3 Euro dafür hingelegt. Ich red mir seit dem ein, dass das Wasser darin in Wirklichkeit eh gratis war und ich nur für die Fläche gezahlt habe. Funktioniert eingestrichen überraschend gut. Ein Lvl over 9000 gut gelaunter Gregor ging dann weiter durch die Straßen von Madrid.

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Nichtmal die Polizei, die überall in Madrid extrem präsent ist konnte diese Stimmung dann noch trüben. Man weiß nicht genau ob man es gut findet, dass die überall hier herumstehen, an jeder Ecke, an jedem öffentlichen Platz. Aber naja wir sind ja nicht zum Demonstrieren auf einer linken Demo hier, sondern zum Erkunden der Stadt.

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Dann gabs noch drei Erkenntnisse die man unter der Kategorie „weird“ verbuchen kann.
Nummero 1: Wir haben eine Kunst-Ausstellung des Bundesheeres dort gesehen. Viele Fotos von Krieg-Spielenden Soldaten, aber auch gemalte Kunst, die ich erstmal nicht wirklich Krieg oder Heer zugeordnet hätte. Für mich zwei ziemliche Gegensätze, mit der Freiheit der Kunst und dem elitären System des Heers. Aber gut kann man auch mal erlebt haben, muss man aber nicht, vor allem wenn die Ausstellung von Soldaten mit ziemlich fetten Gewehren bewacht wird.
Nummero 2: Die Prostituierten stehen in Spanien schon um 6 Uhr auf der Straße. Unsere Unterkunft ist relativ nahe zu einer Hauptstraße und in einer der Nebenstraße dieser Hauptstraßen stehen relativ viele Prostituierte, das ist uns schon gestern aufgefallen, aber, dass sie dort schon um 6 Uhr stehen, war doch etwas überraschend, vor allem weil es um diese Uhrzeit dort noch extrem hell ist.
Nummero 3: Wir haben Hasch angeboten bekommen. Ja ok ist jetzt an sich nicht so was abnormales, aber Touristen? Ich mein wir sind wirklich dort gestanden mit der Karte ringend, weil wir grad nicht wussten wo wir weiter hin müssen. Naja der Dealer war bei der Auswahl seiner potentiellen Kunden wohl nicht wirklich wählerisch.

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